• fraeuleinmuh

Die besten Tipps für die ersten Tage mit Baby

Von Haushaltschaos bis Mini-Stillkissen


Jede Mama ist anders und kein Baby ist wie das andere, wir haben alle unterschiedliche Bedürfnisse und das ist auch gut so! Deswegen sind meine Tipps auch nur meine persönlichen Empfehlungen.

Sicher ist aber, dass mit einem Neugeborenen Vieles anders läuft als geplant, ich würde fast sagen das Meiste 😉.Und natürlich ist keine Liste mit Empfehlungen vollständig und schon gar nicht für jede Mama die richtige und einzige. Außerdem macht es auch einen Unterschied, ob du dein Kind stillst, mit der Flasche füttern musst, willst oder stillst und parallel zufütterst. Ob du länger oder kürzer im Krankenhaus bleiben musst, im Geburtshaus oder zu Hause entbindest oder welche tausend Faktoren es da noch geben mag. Ich denke, es gibt hier kein richtig oder falsch, das wollte ich schon immer mal loswerden. Jeder findet seinen Weg, sich auf die neue Situation einzustellen. Und so eine Umstellung braucht einfach Zeit und das ist auch völlig in Ordnung, schließlich stellen wir uns auf ein neues Leben ein. Lasst euch also vor allem nicht verunsichern, vergleicht euch nicht und wenn ihr Hilfe braucht, dann holt sie euch!



Suche dir rechtzeitig eine Hebamme, der du vertraust!


Leider findet man heutzutage nur schwer überhaupt eine Hebamme zur Nachsorge. Daher ist man auch versucht zu nehmen, was man kriegt. Allerdings ist eine Hebamme, bei der man kein gutes Gefühl hat und die nicht zu einem passt, so gut wie keine Hebamme.

Denn die erste Zeit mit Baby ist einfach ein absoluter Ausnahmezustand. Sowohl dein mentaler Zustand als auch dein Körper müssen sich erst auf die neue Situation einstellen. Wenn du in dieser sensiblen Phase keine gute Verbindung zu deiner Hebamme hast, ist ihre Unterstützung nur wenig hilfreich. Denn du wirst sehr sensible Details, wie den Zustand der Geburtsverletzung oder die Schmerzempfindlichkeit deiner Brustwarzen mit ihr teilen, damit sie dir helfen kann. Vertrauen ist bei der Nachsorge und als Hilfe im Umgang mit dem Baby einfach sehr wichtig!

Also mach dich rechtzeitig – ja am besten sobald du den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hast! – auf die Suche. Und trau dich auch zu sagen, wenn dir die Person nicht zusagt, das ist dein gutes Recht.



Kein Besuch, den du nicht willst


Wenn ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt erblickt, dann wollen ihn natürlich alle so schnell wie möglich kennenlernen. Das ist ja verständlich, denn die Allerkleinsten sind ja auch die Süßesten. ABER aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass zu früher und häufiger Besuch ziemlich stressen kann. Denn nicht nur das Baby ist neu, auch für dich ist alles neu. Milcheinschuss, Wochenfluss, schreiendes Baby, Schlafmangel, mit all dem musst du erst mal lernen umzugehen. Wenn du dann mit nackten Brüsten, ungekämmt, ungeschminkt, im Schlafanzug versuchst dein schreiendes Baby anzulegen, sind das letzte, was du gebrauchen kannst Großeltern, Schwiegergroßeltern, Verwandte oder Nachbarn, die dir Tipps geben.

Also, nimm dir raus, den Besuch zu vertrösten, bis sich alles eingespielt hat und du dich sicher und stark genug fühlst. Kläre das am besten vorher schon mit deinem Partner, denn die Männer, die sich nicht mit wunden Brustwarzen, schmerzenden Kaiserschnittnarben o.ä. rumschlagen müssen, sind da oft ein bisschen lockerer unterwegs. Vielleicht könne sie ja auch die Absagen für euch übernehmen.



Scheiß auf den Haushalt


Ja ich weiß, das sagt sich so leicht… aber auch da hilft es, wenn man den Besuch noch ein bisschen vertröstet, denn dann muss man sich auch keine Gedanken über die unaufgeräumte Küche oder Wäscheberge machen.

Mann kann sich nicht vorstellen, warum man mit einem kleinen Würmchen, was ja selbst noch keine Unordnung machen kann, keine Zeit für den Haushalt haben sollte, aber glaubt mir, das ist durchaus möglich. Wenn man in der Dauerschleife Stillen, Wickeln, Kind umziehen, Kind beruhigen, ab und zu selber mal schlafen… gefangen ist, dann geht so ein Tag schon schnell vorbei, ohne dass man auch nur einen Socken in die Waschmaschine geworfen hat.

Also, auch wenn es schwer fällt, hab nicht den Anspruch, alles wie die perfekte Mama wuppen zu wollen. Gib dir und deinem Baby Zeit, euch an die neue Situation zu gewöhnen. Irgendwann spiel sich alles ein, dann kannst du dich wieder um den Haushalt kümmern, denn der läuft bestimmt nicht weg!

Und wenn du nicht zufällig einen Partner hast, der dich wochenlang zu Hause unterstützen kann, für euch kocht, wäscht und hinterher räumt, dann bittet Freunde, Eltern oder Verwandte zum Beispiel für euch zu kochen, wenn sie euch schon unbedingt unterstützen wollen.


Die richtigen Alltagshelfer


Es gibt unzählige Listen, die dir alles Mögliche verkaufen wollen, damit du auch ja perfekt ausgestattet bist. Vieles stellt sich leider als überflüssig oder völlig unpraktisch heraus.

Und weil ich der Meinung bin, dass man das Meiste auch später kaufen kann, wenn man merkt, man braucht es unbedingt (denn auch hier kann man die einspannen, die unbedingt helfen wollen oder den Partner los schicken), gibt es hier meine Must-Haves für das, was ich in den ersten Tagen gebraucht habe:

Für das Baby brauchst du neben Wickeltischausstattung (Windeln, Feuchttücher oder Waschlappen, einigen waschbaren Unterlagen und Spucktücher) ca. 5 Garnituren (WICKELbodys, Hosen, Strumpfhosen, Socken, Hemden, Jäckchen), Mütze, Schlafsack in Gr. 50/56 je nach Jahreszeit. Wenn du nicht stillst, brauchst du Fläschchen (vielleicht 2 verschiedene, Vorlieben der Babys sind auch unterschiedlich) und Anfangsnahrung. Beim Schnuller gehen die Meinungen ja auch ziemlich auseinander. Meine drei Kinder hatten alle einen Schnuller und ich war in vielen Situationen froh darüber. Aber das musst du natürlich selbst entscheiden.


Ich persönlich fand eine Handvoll Heilwolle, einen Nasensauger und eine Brustwarzencreme von Lansinoh (die man auch super für einen wunden Babypopo verwenden kann!) immer sehr hilfreich.

Wie gesagt sind die Bedürfnisse nach der Geburt sehr unterschiedlich, was die eine unbedingt braucht, wollte die andere nie haben. Aber folgende Dinge waren mir wichtig:

Genug Binden/Einlagen in unterschiedlichen Stärken (vielleicht einfach ein paar aus dem Krankenhaus mitnehmen), Stilleinlagen (wenn ihr stillt, ich fand für die Nacht die aus Silikon sehr gut), bequeme Hosen z.B. aus der Schwangerschaft oder mit weichem Bündchen, in denen nichts drückt. Das Gleiche gilt für BHs und Oberteile, bequem muss es in den ersten Tagen sein.

Hebammen haben für diese Zeit oft super Tipps oder sogar kleine Proben von Cremes oder anderen hilfreichen Dingen parat.


Und aus eigener Erfahrung kann ich euch zwei Stillkissen ans Herz legen. Ein großes, das im Bett nicht nur zum Stillen, sondern auch als Lagerungshilfe oder Rausfallschutz dient und dich schon in der Schwangerschaft beim Schlafen unterstützen kann. Und ein kleines Stillkissen, das du im Haus nutzen und später auch mit nach draußen mitnehmen kannst. Denn egal ob du stillst oder das Fläschchen gibst, auf die Dauer wirst du ohne die richtige Position mit Rückenschmerzen zu kämpfen haben. Auch wenn die kleinen Krümel anfangs federleicht scheinen, wenn du ihr Gewicht einen komplette Stillmahlzeit halten musst (und das kann schon mal dauern), wird das sehr anstrengend.

Ich habe mir leider erst bei meiner dritten Tochter dieses Mini-Stillkissen genäht. Und weil man hinterher immer schlauer ist, weiß ich jetzt, dass es mir bei den ersten beiden Kindern einiges an Rückenscherzen und unangenehmen Verspannungen erspart hätte.


Zum Abschluss habe ich noch einen Tipp, der sich zwar leicht anhört, in der Realität aber gar nicht so einfach umzusetzen ist: Mach dich nicht verrückt und vor allem lass dich nicht von anderen verrückt machen. Über die Themen Schwangerschaft und Baby hat leider jeder eine Meinung und (nicht immer nützliche) Ratschläge. Auch Erfahrungen anderer Mamas müssen nicht zwangsläufig helfen, sondern können auch ziemlich verunsichern. Deswegen gib nicht auf jeden Ratschlag was, such dir Personen, denen du vertraust und vor allem hör auf dein Bauchgefühl, das zeigt dir oft den richtigen Weg!


Ich wünsche dir von ganzen Herzen eine wunderbare Zeit mit deinem Baby und das du sie voll und ganz genießen kannst!


Deine Kati vom Team Fräulein Muh


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